St. Severin Kirche zu Keitum
                                                                                                                                                                                                  
 

   
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Keitumer Predigten 2006

19. Februar 2006

(Pastor Jörg Reimann)

Jede Gesellschaft verteidigt, was ihr heilig ist

Apostelgeschichte 19,23-28

Liebe Gemeinde!

Ich möchte beginnen mit meinen Erlebnissen in Ephesus. Die Zeiten von Paulus, Maria und Johannes sind lange schon vorbei. Das römische Reich hat seine Blütezeit überschritten. Kaiser Konstantin hatte erkannt, dass er die Kraft der Kirche für sich nutzen kann und macht das Christentum zur Staatsreligion. Bischöfe wurden nun an der Macht beteiligt. Konstantin ließ sich auf dem Sterbebett taufen.  Als Leiter Zweigstelle der Korinthischen Handelsbank in Ephesus sah ich gerade aus dem Fenster, als eine Horde Menschen mit Knüppeln hinter einigen altertümlich gekleideten Gestalten her rannten, schrieen und auf sie einschlugen. Die altertümlich gekleideten hatten wohl heute zum Geburtstag des Zeus heimlich im Tempel Opfertiere verbrennen wollen. Das war seit einigen Jahren offiziell verboten, weil das Christentum nun die neue Leitkultur war. Trotzdem wurde es aber bisher von staatlicher Seite toleriert. Nun waren die Bürger dem Gesetz voraus und wollten keine Abweichler dulden. Dabei hatten ihre Eltern alle noch diesen Kultus mitgemacht, viele von ihnen selber auch. So schnell ändern sich die Zeiten.

Als sich damals durch Paulus Predigten das Christentum in Ephesus verbreitete, war es andersrum. War das schon vergessen? Die Silberschmiede des Ortes sahen sich plötzlich ihrer Einkünfte beraubt. 20 % Gewinneinbußen im dritten Jahr seit dieser Paulus aus Jerusalem hier angekommen war. Wie konnte er es wagen. War er doch selber Handwerker, wenn auch Zeltmacher. Und es wäre doch genug gewesen, wenn er sich aus Jerusalem kommend hier einfach niedergelassen hätte. Jude sei er vom Glauben her, und römisches Bürgerrecht hatte er. Das war nicht so ungewöhnlich. Die Juden durften im römischen Reich existieren, solange sie sich politisch ruhig verhielten. Das war dann aber nicht mehr der Fall, nachdem ein gewisser Jesus aus Nazareth, ein streng gläubiger Jude und Bibelgelehrter alles auf den Kopf gestellt hatte: Die ersten werden die letzten sein und die letzten werden die ersten sein bei Gott. Und wer sich erhöht, soll erniedrigt werden und wer sich erniedrigt, soll erhöht werden. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst und liebet eure Feinde. Denn alle Menschen seid ihr Kinder des einen Vaters im Himmel. Diese neue Lehre hatte Paulus unter die Menschen gebracht. Und er hatte viele damit begeistert. Brüder und Schwestern nannten sie sich untereinander. Feierten jeden Sonntag das Herrenmahl im Gedenken an ihren Jesus. Und sie mussten sich Woche für Woche an einem anderen Ort getroffen haben. Wie sie den verabredeten Ort untereinander bekannt machten, war geheim, aber soviel jetzt inzwischen bekannt war, hing es mit einem Geheimzeichen zusammen, was sie vor die Häuser in den Sand malten. Nie gelang es den Soldaten sie beim Gebet auf frische Tat zu erwischen. Denn einige der Kaiser waren sehr empfindlich wenn einer anderen Macht als dem Kaiser gehuldigt wurde. So änderten sich die Zeiten.

Damals begann der Artemis-Kult schon langsam seinen Niedergang. Die Menschen wollten nicht mehr an eine Göttin glauben, für deren Tempel sie erniedrigt, und ausgeraubt, gequält und zur Arbeit gezwungen worden waren und die doch nicht half, wenn sie angebetet wurde. Da kamen ihnen Paulus Worte gerade Recht, der von einem Gott predigte, für den man nichts opfern musste, keine teuren Figuren aus Silber kaufen musste. Ein Gott, der seinen Sohn auf die Erde geschickt hatte um Frieden und Liebe zu verkündigen. Und so gerieten die örtliche Silberschmiede und Andenkenhändler in finanzielle Schwierigkeiten, weil der Absatz nicht mehr lief und sie auf den Artemisfiguren und den Tempelminiaturen sitzen blieben. Dabei war der Artemistempel in seinen Ausmaßen ein Weltwunder ohne gleichen. Demetrius, einer der Silberschmiede zettelte einen Aufstand an. Er verbreitete Gerüchte über die Christen, sie würden im Kelch des Herrenmahls Blut haben, dass könne ja nur von kleinen geopferten Kindern stammen. Und Orgien feiern, da bei dem Teil des Gottesdienstes mit Abendmahl nur getaufte Mitglieder zugelassen seien und kein anderer Zugang habe. Die Gerüchte streute er in der Stadt. Wir müssen zu unserer Artemis stehen. Der Göttin, die unsere Vorväter schon geschützt hat. Nicht der Gott, der Christen , sondern Artemis ist groß, so schrieen sie dann durch den Ort. 35000 Menschen kamen im großen Theater von Ephesus zusammen und schrieen die Christen nieder. Paulus musste fliehen, vermutlich wurde er in Schutzhaft genommen und als römischer Bürger aber wieder freigelassen, sobald sich am anderen Tag die Menge wieder beruhigt hatte.

Jetzt war es anscheinend andersherum, die Christen verfolgten Mitmenschen, die noch dem alten Glauben anhingen. Wie schnell doch dieMenschen vergaßen. Ich schloss meine Rechnungsbücher und gab unseren Angestellten etwas früher frei. Dann schloss ich die Bank und ging nach Hause. Wie würden sich solche Unruhen auf den Handel auswirken. Die Familien der Schiffsbesitzer waren oft sehr traditionell geprägt, denn die Schiffe waren seit Generationen in ihrem Besitz. Viele beneideten sie um ihren Reichtum. Aber in den Traditionsfamilien hingen viele an dem alten Glauben. Die Artemis hatten ihnen Reichtum gebracht, ihren Tempel sahen sie als letztes, wenn sie aus dem Hafen von Ephesus ausliefen und als erstes, wenn sie wieder zurückkamen. Im Sonnenlicht glänzte er wie vergoldet.

Als ich zu Hause war, erzählte ich meiner Frau und unserem Sohn Aquila von den Ereignissen, dass ich gesehen hatte, wie Altgläubige auf offener Straße verprügelt worden waren. Aquila war gerade 13 Jahre und wollte in diesen Tagen gerade alles wissen, was damals geschehen war. Schließlich trug er den Namen des Märtyrers aus Ephesus. Meine Frau war eine Urenkelin dieses Mannes. Und ihre Familie trug die Geschichten von damals fest in der Erinnerung. „Kommen jetzt wieder so schlimme Zeiten wie damals zu der Zeit als Kaiser Nero in Rom herrschte?“ Wollte unser Sohn wissen.

Wir hatten ihm erzählt, das Aquila, von dem er seinen Namen hatte, Gemeindeleiter der Ephesuser Christen war, als Nero in Rom herrschte. In Rom hatte man die Christen für den großen Brand verantwortlich gemacht hatte, den wahrscheinlich Neros eigene Leute gelegt hatten, weil es nach dem Brand viel einfacher war das Stadtviertel neu und mit einem prunkvollen Paradeplatz für Kaiserparaden aufzubauen, als wenn man erst mit hunderten Besitzern hätte wegen des Ankaufes verhandeln müssen. Damals wurden die Christen in Rom dafür verantwortlich gemacht, in Schafsfelle eingenäht und zum Spaß für die Leute den Löwen in der Arena zum Fraß vorgeworfen. In Ephesus wurde damals Aquila unter einem Vorwand festgenommen und ohne Prozess ebenfalls im Theater zu Ephesus wilden Tieren vorgeworfen. „So etwas darf nie wieder passieren,“ empörte sich unser Sohn. Ja lasst uns darum beten, schloss meine Frau.

Am nächsten Tag war Sonntag und wir gingen zum Gottesdienst. Der begann in aller Frühe und wir trafen uns in einem umgebauten Tempel. Zur Ostseite hin war zwischen den Säulen ein Raum zugemauert worden, so dass eine Apsis entstand für unseren Altar. Wir feierten Herrenmahl und stärkten uns in der Gemeinschaft. „Jesus ist unter uns“ sprach der Gemeindeleiter Perikus. Es hieß, er sei ein Nachkomme des Johannes, des Evangelisten, der zu den Zeiten der Christenverfolgung von Ephesus nach Patmos verbannt worden war, von wo aus er alle seine Visionen in der Offenbarung aufgeschrieben hatte.

Nach dem Gottesdienst sprachen einige über die verfolgten Zeusanhänger, die an seinem Geburtstag opfern wollten und von Christen so geschlagen worden waren, dass der Arzt sie behandeln musste. Wir gaben unsere Kollekte an diesem Sonntag dafür um den Menschen zu helfen. Dabei war ich nicht sicher, ob nicht einige, die ich mit Knüppeln gesehen hatte, hier im Gottesdienst saßen.

In der kommenden Woche wurde alles noch schlimmer. Am Mittwoch stieg Rauch auf aus dem Hafenviertel. Ich erkundigte mich bei den Kunden die in unsere Bank kamen, was geschehen sei. Und so langsam fügten sich die Erzählungsstücke zusammen: Wütende Menschen hatten das Haus eines Reeders angezündet. Es waren aus Rom Zeichnungen aufgetaucht, die Jesus am Kreuz zeigten und sein Kopf war als Eselskopf gemalt. Ein Sklave kniet davor und betete. Der Text darunter lautet: „Alexamenos betet seinen Gott an:“ Mit diesen Worten verhöhnt ein heidnischer Sklave eine christlichen Sklaven. Diese Schmähzeichnung schien schon älter zu sein. Nun aber war sie in Ephesus aufgetaucht und hatte die Fanatiker auf den Plan gerufen. Einige hundert hatten sich zusammengetan und waren zum Hafen gelaufen. Einer von ihnen Modamus, ein armer Händler, machte sich zum Anführer. Er schrie immer wieder: „Nieder mit den Altgläubigen.“ Und er begann Steine auf ein Haus zu werfen, in dem eine Familie wohnte, die mehrere Schiffe besaß. Die Schiffsbesitzer bestimmten die Preise für den Transport und so waren die Händler von ihnen abhängig. Vermutlich war es also eine private Auseinandersetzung. Zum Schluss jedenfalls brannte das Haus und die Bewohner konnten im letzten Moment fliehen. Ein Wunder, dass es keine Toten gegeben hatte.

Als ich zum Mittag nach Hause ging, kam mir meine Frau entgegen und hielt einen Finger auf den Mund, Sie gebot mir, leise zu sein. Ich kam ins Haus und am gedeckten Tisch saß Besuch. Ein Ehepaar, was wir gut kannten Niska und Perduan. Sie saßen gebeugt und hatten den Kopf eingezogen, als hätten sie Angst. Dann begriff ich, Perduan hatte auch mehrere Schiffe. Er war ein guter Kunde unsrer Bank und wohnte unten im Hafenviertel. Sie waren geflohen, als es in der Nachbarschaft losging mit den Demonstrationen. Nun, nachdem ein Haus in Flammen stand, trauten sie sich erst recht nicht zurück. „Ihr könnt hier bleiben,“ sagte ich, auch wenn ich nicht richtig wusste, wie das werden sollte. Am Abend hatte sich die Lage wieder etwas beruhigt. Wir saßen mit Niska und Perduan zusammen und redeten nicht viel. Da fragte Aquila: „Vater, warum bist du eigentlich Christ geworden?“ (Idee nach W.J. Hollenweger) Ich war ihm die Antwort schon lange schuldig. „Also begann ich: Es war vor 40 Jahre, da war ich noch Schreibsklave in Korinth. Die Gemeinde dort war anders als die hier in Ephesus. Der größte Teil waren ausländische Sklaven. Und sie hatten eine geheimnisvolle Anführerin, die hieß Chloe. Sie hatte eine Kneipe im Hafenviertel und dort bewirtete sie uns. Sie nutzte es um die Hafenarbeiter zu evangelisieren. Neben Chloe, waren auch einige freie Bürger aus der besseren Gesellschaft von Korinth dabei. Auch Manus, der Direktor des korinthischen Straßenamtes. Was mich besonders faszinierte war, dass die Christen verschiedner Herkunft, verschiedenen Bildung, Mann und Frau, Sklave oder freier Bürger, aus Korinth oder sonst woher auf eine friedliche Weise miteinander umgingen, wie ich es noch nie zuvor irgendwo erlebt hatte. Wenn die Worte des Jesus von Nazareth, die wir jeden Sonntag vorgelesen bekamen, so etwas bewirkten, dann wollte ich zu diesen Christusleuten dazugehören. Und so meldete ich mich zur Taufe. Ich wurde am Ostermorgen zum Sonnenaufgang in einem Fluss getauft. Wir mussten es heimlich tun, weil ein öffentlicher Auftritt der Christen immer noch nicht gerne gesehen war. Und viele aus der Gemeinde waren dabei. Es war ein  unvergessliches Ereignis. Ich war zwar weiterhin Schreibsklave, aber ich lebte irgendwie in einer anderen Welt. Ich freute mich jede Woche auf den Sonntag, wenn wir zusammenkamen und aus den Briefen dieses Paulus vorlasen. Sie waren voller Hoffnung und Zuversicht und Liebe. Dann kam das außergewöhnlichste. Manus setzte sich bei meinem Herrn und Meister für mich ein. Ich glaube, auch Manus hat eine Kollektensammlung für mich organisiert. Aufgrund seiner Fürsprache und mit dem gesammelten Betrag wurde ich von der Sklaverei losgekauft. Ein Traum wurde für mich wahr. Und dann bot er mir ein Jahr später auch noch über Beziehung die Leitung der Zweigniederlassung der Korinthischen Bank in Ephesus zu übernehmen. So kam ich hierher und lernte deine Muter kennen. Und den Rest kennst du ja. Aquila hatte genau zugehört und bevor er zu Bett ging fragte er mich: „Und Vater, wirst du dich nun auch dafür einsetzen, dass die Altgläubigen gleich behandelt werden?“

Solche Gedanken, 1700 Jahre zurück in der Geschichte des Christentum. Einfach zu überbrücken, wenn an in Ephesus die Kuretenstraße entlanggeht. Rechts und links die Häuser sieht. Säulen der Tempel, Wohnhäuser, Badehaus, die Celsus Bibliothek, das große Theater für 35000 Menschen. 250000 Menschen dürften damals in der Region gewohnt haben. Paulus lebte drei Jahre dort. Maria die Mutter Jesu mit dem Jünger Johannes, dem Jesus seine Mutter anvertraut hatte und der Evangelist Johannes lebten dort. Unweit des Artemistempels einem Weltwunder der Baukunst, wurde dann die Johannesbasilika gebaut, in den Ausmaßen bis heute eine der größten Kirchen überhaupt. Und wenn man heute von den Mauern der Johannesbasilika hinunter auf die Berglandschaft schaut, sieht man die letzte Säule des Artemistempels, und auch eine mittelalterliche Mosche, die Isabee Moschee. Die heute eine sehr offene islamische Gemeinde beherbergt. Der Imam, erlaubte uns ohne Kopftücher einzutreten im vorderen Bereich räumt er die Teppich weg, damit Andersgläubige nicht die Schuhe ausziehen müssen, solange sie im Eingangsbereich sind. Und jedem, der es wünscht, schreibt er einen Gottesgruß in Arabisch auf, mit dem eigenen Namen.

Vielleicht braucht es den Besuch solcher besonderer Orte um mehr zu verstehen von dem was uns unsichtbar umgibt. Dort haben die Menschen schon immer gespürt, dass das Heilige ihnen hier näher ist als anderenorts. Hier haben Menschen gebetet, mit Gott um Entscheidungen gerungen, ihn um Begleitung angefleht. Und solche besonderen Orte sind wichtig für alle. Sie zeigen, dass Toleranz möglich ist. Dass Islam mehr ist als angestachelte Massen. Mehr als Kopftuchträgerinnen in Berlin. In der Türkei dürfen alle Staatsbediensten Reiseleiter öffentl. Angestellten kein Fes und ein Kopftuch tragen seit 1923 Kemal Attatürk das Land regierte und die Entscheidungen für die lateinische Schrift für die Trennung von Staat und Religion und viele andere Wegweisungen geschaffen hat. Nur wenige Kopftuchträgerinnen sahen wir im Straßenbild der großen Städte. In Istanbul hat eine Gruppe strenggläubiger gegen die dänischen Mohamed Karikaturen demonstriert. Und an dem Beispiel der Eselskarikatur, die es wirklich gibt, in Rom im palatinischen Kaiserpalast, sieht man, wie empfindlich man getroffen sein kann. Natürlich kein Grund Gleiches mit Gleichem zu vergelten und von einer iranischen Zeitung für die 10 besten Karikaturen gegen Juden je ein Goldstück auszusetzen.

Viel Geld und Wirtschaftsinteressen stehen hinter den angezettelten Demonstrationen vor Botschaften. Wenn sich Deutschland jetzt sich für den versöhnlichen Umgang von Christen, Juden und Moslems in Israel einsetzt, dann macht uns das zum Hassgegenstand bei allen, die Israel das Existenzrecht absprechen. Aber nur so kann es gehen in gegenseitiger Toleranz: Jerusalem als Stadt unter internationaler Aufsicht, damit die Heiligen Stätten des Judentums, der Moslems und der Christen für alle zugänglich sind.

Sich nicht vor die Wirtschaftsinteressen spannen lassen, auch wenn das Öl der Region noch für uns wichtig ist. Hass löst nur erneuten Hass aus. Und viele westliche Antworten auf den Karikaturenstreit lassen die tiefe Kluft und das Unverständnis noch deutlicher werden. Warum akzeptieren wir nicht, dass es ein Bilderverbot für den Propheten Mohamed gibt und religiöse Gefühle verletzt werden, wenn es überschritten wird. Was jüdische Werte angeht, so haben wir es in Deutschland wenigsten ein gutes Stück geschafft. Karikaturen über Juden erscheinen nur in verbotener rechter Presse. Wenn ein jüdischer Friedhof (der Friedhof ist für immer) für ein Bauvorhaben im Wege ist, wird auch einer Lösung gesucht. Manchmal ist es nicht leicht, wenn sich die Juden als das von Gott erwählte Volk verstehen, vielleicht ist es einfach Gottes erste Liebe, aber die Liebe bleibt bestehen im Christentum und im Islam, die sich als ungeliebte Nachkommen der Nebenfrau des Stammvater Abrahams sehen. Und eine solche Entstehungsgeschichte macht es nicht einfacher.

Wie schwierig es unter Geschwistern  ist, wissen wir alle. Doch dürfen wir uns nicht provozieren lassen. Nicht den Spieß umdrehen wie in Ephesus, als der röm. Staat die Christen zur Staatsreligion macht und die Verfolgungen dann sich gegen Altgläubige richten. Wir dürfen uns nicht provozieren lassen und mit gleichen Mitteln zurückschlagen. Das war schon falsch nach dem Angriff auf das World Trade Center, auch wenn das ein grausames Verbrechen war. Gleiches mit Gleichem zu vergelten bringt immer mehr die Spirale der Gewalt in Gange. Es ist eine Geschwisterauseinandersetzung. Es geht um die Gunst der Liebe Gottes. Aber Gottes Liebe ist so groß, dass er Platz hat in seinen Herzen für alle Menschen gleich. Und daher dürfen wir uns nicht davon abbringen lassen, in jedem Menschen ein Geschöpf Gottes zu sehen, ein Mitgeschwister. Nur dann kann Frieden sein. AMEN


 
 
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