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Da wäre ich schon gerne Schäfer. Eine klare Aufgabe für den Tag und ganz wichtig, für die Sippe. Viele haben schon mal unter Stress gesagt, wenn das alles so nicht mehr geht, dann steige ich aus und gehe in die Toskana Schafe züchten. Dann muss ich mich nicht mit DSL Anschlussproblemen, Handytarifoptionnen, Betrug bei Interneteinkäufen, Abo-Bedingungen im Kleingedruckten, Verpflichtungen der Familie, Ärger mit dem Chef, Steurerklärungen, Angst um den Arbeitsplatz, oder Sorgen um die Altersversorgung herumplagen. Dagegen ist das Hirte-Sein in der Vorstellung ganz attraktiv. Den ganzen Tag an der frischen Luft und jede Minute des Tages etwas Sinnvolles machen, die Schafe behüten und damit für Milch, Nahrung und mit der Wolle für Kleidung und Leder zu sorgen. Schafe vertrauen voll und ganz. Sogar auf dem Weg zum Schlachthof. Kein Geschrei, wie bei Schweinen. Sie vertrauen bis in den Tod, sie könnten ja blöken. Schafe knirschen vor Angst oder Schmerz mit den Zähnen, leise, so werden sie als Tiere gesehen, die eher als treudoof erscheinen. Das Bild vom dummen Schaf dürfte so entstanden sein. So ein Schaf will ja wohl keiner sein. So blöd. So will ich nicht leben. Ich bin ein erwachsener Mensch, der seinen eigenen Weg geht, nicht wie ein Schaf blökend und ahnungslos hinterher trottelt. Über mein Leben will ich selber entscheiden und nicht blindlings einem Führer hinterherlaufen.
Ich will auch nicht, dass jemand vom christlichen Glauben den Eindruck gewinnt: Wer glaubt, muss seinen kritischen Verstand und seine Freiheit abgeben, wie ein Schaf in der Herde.
Aber andererseits, wenn ich auf die wirtschaftlichen Probleme schaue, die uns bevorstehen, wäre es da nicht schön ein klares Wort zu hören, wo es langgeht? Regierungen die Führungsstärke zeigen, gegen den größten Bankraub aller Zeiten, von Banker und Brooker selber durchgeführt, die vorher ihr Schäfchen ins trockene gebracht hatten. Allerdings das muss man klar sagen, befördert von der Gier aller, die immer noch ein wenig mehr Zinsen und Aktienerträge. haben wollten. Wahrscheinlich werden gerade jetzt schon wieder wertlose Papiere aufgekauft um Wetten darauf abschließen, wann sie wie viel. bzw. wie wenig in einem Jahr wert sind. Gewinner bei solchen Geschäften ist immer der, der am dichtesten an den Wert heran geraten hat. Reines Zocken. Dafür dann bis zum 500-fachen des Gehaltes eines Durchschnittsangestellten, ohne eigenes Risiko, wenn etwas schief geht. Das 500-fache, kaum vorstellbar, dabei können auch solche Manager nicht mehr als 14 Stunden am Tag arbeiten.
Über den Bahnchef, war im letzten Jahr in der Zeitung DIE ZEIT wortwörtlich zu lesen: „Der Bahnchef muss glauben, er sei ein Schafhirte. Seinen Kunden seine blökende Herde. Ohne Gedächtnis, Genügsam. Und treudoof. Anders ist nicht zu erklären, wie lässig er wieder einmal die Preise erhöhen will. Es ist die dritte Preiserhöhung in 2 Jahre, um wie viel genau ist noch offen. Macht sich der Bahnchef die Mühe, das zu erklären? Nein. Können seien Kunden nachvollziehen, warum sie bei steigenden Gewinnen mehr zahlen sollen? Nein. Einiges spricht dafür, dass der Hirte seine Schafe scheren will. Damit sich Aktionäre nach dem geplanten Börsengang einen dicken warmen Strick leisten können. Könnte sein, dass sich die Schafe bald davon machen. Aber nicht mit dem Zug.“
Inzwischen muss er wegen ausgespähter Mitarbeiter gehen (E-Mails mitgelesen, das haben wir dummen Schafe gedacht würde gar nicht so ohne weiteres gehen und sogar noch gelöscht, das verändert ja die Wirklichkeit.) Er geht mit großer Abfindung, aber ohne dass er für den entstandenen Schaden und Imageverlust gerade stehen müsste. Und wir Schafe ertragen es mit ein wenig Zähneknirschen.
Allerdings nicht überall: In Frankreich hat jetzt schon mehrere Male die Belegschaft einige Manager festgesetzt, bis sie endlich sinnvoll im Sinne der Mitarbeiter verhandelt haben. Das ist Freiheitsberaubung an den Managern, aber es steckt blanke Überlebensangst der Mitarbeiter dahinter.
Ja wäre es nicht schön, wenn es starke Regierungsführungen gibt, Obama ist da so eine Hoffnung, wo viele wie Schafe hinterher rennen. Hoffentlich bringen sie ihn damit nicht um.
Wäre es nicht großartig, Sorglos hinter einem Anführer her zu gehen, wo zurzeit keiner weiß, wohin der Weg geht. Jedenfalls ist es ein absolut finsteres Tal, durch das wir gehen. Politisch hat die Demokratie sich nach den Menschenrechtsverletzungen in den Gefangenenlagern in Guantanamo und Abu-Ghuraib zutiefst blamiert, wirtschaftlich ist die freie Marktwirtschaft am Ende ihrem Latein. Über Moral wird schon lange nicht mehr gesprochen und nach dem Sinn des Lebens fragen nur noch wenige.
Wäre in so einer Zeit nicht ein Hirte schön, der weiß wo es langgeht? WIR HABEN EINEN.
Und wissen es eigentlich auch. Vom winzigen Atom mit unterschiedlichsten Eigenschaften, das aus noch viel kleineren Elektronen und Neutronen, Quaks und vielleicht Strings besteht, über Pflanzen die alle die Photosynthese beherrschen, und damit Licht in Nahrung umwandeln. Vom Adler, der aus 1000 Meter Höhe eine Maus am Boden erkennen kann, bis zu uns Menschen, mit einem Computer in Kopf, der bei kleinster Technik noch so groß wäre wie ein Zwei- Familienhaus. Das alles auf der Erde, einem wundervollen Planeten voller unterschiedlicher Landschaften, Teil eines Sonnensystem, eines von Millionen Sonnensystemen in unserer Milchstraße und unsere Milchstraße wiederum eine Galaxie unter wohl Millionen Galaxien. Das ist doch alles kein Zufall, da geht doch ein großer Hirte mit uns einen Weg.
Und so gerne würden wir ihn sehen. Da haben es die Schafe leichter. Sie können den Schäfer sehen und erleben, wie er bei ihnen ist und sogar dem kleinsten verirrten Schaf noch selber nachgeht. Wenn der Hirte nicht gerade ein Mietling ist, ein Tagelöhner, der sich aus dem Staub gemacht hat, als es brenzlich wurde, weil ein Wolf in der Nähe war.
Gott ist der große barmherzige Hirte, der den Weg kennt. Der warmherzige Schöpfer und Erhalter. Ihn sehen wir nicht, aber seine Werke. Und dieser Hirte rennt nicht weg, wenn es schwierig wird. Wenn es dunkel zu werden scheint, wenn wir uns im Tal meinen. Das Tal kann er uns nicht ersparen, weil es Täler gibt und darum auch sonnige Höhen, gute Zeiten, die wir nach dunklen Täler erfreut begrüßen.
Und Gott hilft, dass wir nicht verzweifeln und nicht nur wie Schafe nur mal mit den Zähnen knirschenden. Gott will, dass das Leben und die Liebe weitergehen. Das ist der große Sinn.
Und die Verbindung zu Gott und unter uns Menschen ist die Stimme, das weitergesagte Wort Gottes, wie es in der Bibel steht und besonders in den Worten Jesu zu hören ist, und das antwortende Gebet. An dem großen Sinn, das Leben zu erhalten und die Liebe weiterzugeben, können wir alle mitarbeiten. Und somit tatsächlich auch ein Stück Hirte sein. Den unsichtbaren Hirten einander sichtbar und spürbar machen.
Da wo wir sind, unsere Verantwortung ernst nehmen, uns die Moral bewahren, verantwortungsvoll handeln, für die, die jedem anvertraut sind, als Kinder, als Eltern, als Kollegen/innen, als Mitarbeiter, als Nachbarn, als Nächste.
„Ich bin der gute Hirte … meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“
UND DU KANNST AUCH HIRTE SEIN. AMEN.
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