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Echt komfortabel das Christentum, mit einem überdachten Gotteshaus. Aber schon damals wäre da nichts draus geworden, wenn nur die Leute im Ort selber sich zusammengetan hätten um das Geld und das Material zum Bauen zusammenzubekommen. Damals gab es Hilfe aus Köln, die kannten sich gut aus mit großen Kirchbauten, auch schon vor dem Kölner Dom. Menschen der St. Severin Gemeinde schicken aus der Umgebung von Köln Tuffstein, leichten Lavastein, aus dem man prima große Flächen mauern konnte und runde Fensterbögen ausstemmen konnte. Wir haben das in der Kinderbibelwoche mit modernem Ytong nachgemacht, auf einem Feldsteinfundament, Feldsteine gab er hier seit der letzte Eiszeit. Und dann kam vor 500 Jahren der Turm dazu, weithin sichtbar, aus gebrannten Ziegeln, aus Ton. Noch in 20 Meter Höhe ist der Turm 1 m dick, das haben wir am Donnerstag gemessen. Die gebrannte Ziegel kamen aus Dänemark. Wo sie jetzt auch wieder hergestellt werden. 250 Quadratmeter müssen mindestens ersetzt werden. Feuchtigkeit dringt ein, ganze Flächen der Verblendsteine haben keine Verbindung zum hinteren Mauerwerk mehr.
Und zum Glück helfen wieder viele mit, die nicht immer hier wohnen. Zur Kinderbibelwoche, bei der wir die nächste Generation mit Tonformen, Steinen Aufeinanderstapeln und Muschelkalkzementanrühren für die Kirche begeistern wollen, waren sogar Kinder aus Wien, aus München dabei.
Die Menschen wollten einen Ort, der Schutz und Schild bietet wenn das Wasser kommt und an dem sie ihre Freude über ein geborenes Kind über einen beginnenden gemeinsamen Lebensweg oder über gute Ernte teilen konnten, mit den Menschen aus dem Dorf und jetzt mit den Menschen von überallher, wenn das Herz voll Sonnenschein überläuft. Gott ist Sonne und Schild.
Die Mühe, die die Menschen sich mit der Kirche geben, ist nicht für Gott, dass Gott es hier schön drin hat. Sondern, dass wir uns hier Wohlfühlen, dass der Turm weit sichtbar ist, in der Nacht sogar angestrahlt. Und die Glocken weithin zu hören sind, wenn sich Menschen hier aus freudigem oder traurigem Anlass versammeln. Und hier Himmelsmusik genießen und dabei ausspannen und nachdenken und träumen und sich frisch verliebt die Hand halten oder lang vertraut sich an den anderen anlehnen.
Und rechtfertigt das hohe Baukosten, wenn doch Menschen in Deutschland und anderswo auf der Erde keine Arbeit haben und die Sorge um das Essen am nächsten Tag das Wichtigste ist? Ja! Denn die Alternative lautet, den Turm irgendwann abzureißen. Sich nicht mehr zu zeigen. Nicht mehr laut zum Gottesdienst, zur unterstützenden Gemeinschaft zu rufen. Das Heilige nicht mehr mit den Glocken hinaus rufen zu können. Es ist gut; wenn Kirche sich zeigt, sich sehen lassen kann. Und wenn unsere Häuser, in denen wir wohnen; für 100 Jahre berechnet sind, dann sollen unsere Kirchen noch viel älter werden. Und durch Gottesdienste durch Konzerte durch Taufen, Trauungen und Beerdigungen werden Menschen angerührt und oft ist da etwas von dem zu spüren, was nicht berechenbar ist, nicht kalkulierbar. Was einfach Berührtsein ist, vom Himmel, vom großen Bogen des Lebens, von Gott. Um das zu erleben und zu spüren ist es gut einen Raum zu haben wie diese Kirche. Aber das ist nicht alles. Kirche ist mehr.
Es war einmal eine gläubige Frau die Gott liebte. Jeden Sonntag ging sie in die Kirche. Unterwegs reifen ihr Kinder zu. Bettler sprachen sie an, aber sie war so in sich versunken, dass sie nichts wahrnahm. Eines Tages ging sie wieder die Straße hinab und erreichte rechtzeitig zum Gottesdienst die Kirche. Sie drückte an der Tür, doch sie ließ sich nicht öffnen (Das ist auch das erleben von vielen Besucher, jeden tag, dass sie an einer der Türen anfassen und die gerade geschlossen ist, weil wegen der Bauarbeiten eine andere geöffnet ist.)Sie drückte also die Tür, aber die ließ sich nicht öffnen. Sie versuchte es heftiger, aber die Tür blieb verschlossen. Der Gedanke, dass sie zum ersten Mal in all den Jahren den Gottesdienst versäumte, bedrückte sie. Ratlos blickte sie auf und sah ein einen Zettel vor ihrem Gesicht an der Tür. Darauf stand, „Ich bin hier draußen“ (Anthony de Mello)
Mit dem Mosaik haben wir nachgebaut, mit den Materialien wie die große Kirche. Bleidach, Ziegeldach, Leichter Stein, Feldstein gebrannter Ziegelstein. Also über das Kirchgebäude als Gottes Haus, was wir bauen darüber haben wir ausführlich gesprochen.
Aber wie sieht die Kirche aus, an der Gott baut? Baut Gott an dem Gebäude mit? Na, ich hoffe schon und bete dafür, dass Gottes Segen auf dieser Arbeit liegt und die Arbeiter alles gut hinbekommen und nicht in Gefahr geraten. Das ist schon ganz schön gefährlich da oben in 26 Meter Höhe, da oben wo die roten Flughafenleuchten sind, bis dahin reicht das Gerüst und da oben kann man durchs Geländer schon ziemlich tief nach unten sehen.
Aber Gott baut seine Kirche noch anders. Paulus sagt: Gottes Haus ist erbaut auf den Worten der Apostel und Propheten. Jesus und sein Worte sind der Eckstein, ohne Eckstein sind die Seiten nicht miteinander verbunden. Das weiß schon jeder der mal mit Legosteinen ein Haus gebaut hat.
Und bei einem gewölbten Fensterbogen ist der oberste Stein der wichtigste, nur wenn der passgenau da ist und eingesetzt wird, hält das Fenster. Dieser Eckstein ist Jesus, den Gott uns zur Verfügung, zur hilfreichen Benutzung um sein Haus zu bauen. Jesu Worte vom Frieden und vom Miteinanders, vom Teilen und vom sich gegenseitig Achten, das sind die entscheidenden Ecksteine damit das Leben gelingt und ist zugleich das tragende Fundamt. Wir sind Gottes Haus, Alle zusammen ein Heiliger Tempel, jeder und jede einzelne ein Wohnung Gottes. Und in diesem Haus ist niemand ein Fremdling. Wir alle sind Mitmenschen, die die Kirche bilden.
Die Kinder haben gesungen: (Text und Musik Waltraud Osterlad
Gott baut ein Haus das lebt, aus lauter bunten Steinen aus großen und aus kleinen, eins das lebendig ist.
Gott baut ein Haus das lebt, wir selber sind die Steine, die großen und die kleinen, genau wie du und ich.
Gott baut ein Haus das lebt, aus ganz, ganz vielen Leuten die in verschiednen Zeiten, hörten von Jesus Christ.
Gott baut ein Haus das lebt er selbst weist dir die Stelle in Ecke, Mauer, Schwelle, da wo du nötig bist.
Und genau so ist es, Gott liebt Dich und Gott braucht Dich. Zwar brauchen wir die Kirche als Haus um uns praktischer Weise vor Wind und Wetter geschützt zu treffen, damit wir nicht nur allein in unserm Kämmerlein zu Gott Kontakt aufnehmen, sondern uns in der Gemeinschaft der Glaubenden stärken. Aber die Kirche sind wir. Und an dieser Kirche baut Gott Tag für Tag und Generation für Generation und wird nicht müde weiterzubauen. Und das ist bei allem, was uns auch nicht gelingt, sehr beruhigend, dass es Gott ist, der an diesem Haus „Kirche“ baut.
Gott sei dank haben wir diesen Ort St Severin, wo Himmel und Erde sich berühren. Wo der Himmel sich weit über Land und Meer spannt und man sich trotzdem zugleich dem Himmel nahe fühlt. Angerührt von der großartigen Schöpfung der Natur. Es ist schön hier so ein Haus zu haben. Und doch, die Kirche sind wir, die Kirche bist Du. AMEN.
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